Fritz-Reuter-Literaturmuseum
Aktuelles   |   Presse   |    Impressum

Dat Allerniegste
an'n 16. Heumand (Juli)

Szenische Führung:

"...da bin ich die Nächste dazu." 

 

 

Erst ist es nur leise Musik, ein Walzer, der im Vorraum des Fritz-Reuter-Literaturmuseums zu hören ist. Dann singt sie. Wer? Na, Luise Reuter. Genauer gesagt, Cornelia Nenz, die Museumsdirektorin, die für eine szenische Führung in die Gestalt der Witwe Reuters geschlüpft ist. Sie ist am Todestag ihres geliebten Mannes nach Stavenhagen gekommen, um sich das Museum anzuschauen. Das Lied, das sie gerade gesungen hat, das sei aus ihrer Verlobungszeit, erzählt sie dem Publikum. Den Walzer habe sie gern auf dem Klavier gespielt, und da habe ihr Reuter halt einen Text dazu geschrieben. "Zugegeben, eine begnadete Sängerin war ich nicht, aber ganz niedlich", kokettiert Luise ein wenig. Und so beginnt der Rundgang durch die 15 Räume. In jedem erzählt Luise etwas über das Leben ihres Mannes. Etwa über seine Schulzeit. In Stavenhagen erhielt Reuter ja zunächst Privatunterricht. "Aber was soll dabei in so einer Kleinstadt wie Stavenhagen schon herauskommen", meint sie ein wenig spöttisch. Die Reuter'sche Kreidezeichnung von Adelheid Wüsthoff, einer Jugendliebe des Dichters, betrachtet seine Witwe dann schon ein bisschen distanzierter. "Nicht, dass ich eifersüchtig wäre", beteuert sie. Na ja, sie sei auch nicht ganz ohne Bekanntschaften gewesen. Auf dem Ernestinum in Lübeck ... Die gute Luise deutet nur an, was die Frau von Welt auszeichnet. Aber sie habe ja dann Reuter geheiratet, wenn auch nach etlichen Jahren Wartezeit, die nicht einfach für sie gewesen seien. Die Nachwirkungen der Haftzeit, seine Alkohol-Exzesse, die Querelen mit der Familie Reuters - Schlange und Natterngezücht kommt ihr bei diesem Thema gar nicht damenhaft über die Zunge. "Aber ich hatte den Mut, ihn zu heiraten", sagt sie mit einigem Stolz. Und was steht heute an der Tafel der Kirche, in der sie getraut wurden. "Hier feierte Fritz Reuter 1851 seine Hochzeit." Etwa allein? Was soll's. Weiter geht es durch das Leben des Dichters. Luise erzählt aus den Tagen in Treptow an der Tollense. Wie sie sich das Geld borgten, damit die "Läuschen und Rimels" herausgegeben werden konnten. Mit dem Zuckerhammer habe sie das steife Packpapier bearbeiten müssen. "Dafür krieg' ich dann ein neues Seidenkleid, hat mir mein Fritz versprochen", sagt sie. Hat sie auch bekommen, und nicht nur eins, wie sie dazusetzt. Sie wisse schon, dass es darüber manch Gerede gab. "Aber jedes Schürzenband habe ich mir verdient", bekräftigt sie selbstbewusst. In Rage redet sich die gute Luise, wenn es um die Wertschätzung der Arbeit ihres Mannes geht. Viel zu oft würden von ihm nur die lustigen Texte wahrgenommen, dabei sei er doch ein ernsthafter Schriftsteller gewesen. Da bekommt auch das Stavenhagener Museum sein Fett ab. Sie zeigt die Exponate um das Buch "Ut de Franzosentid" . "Nur die blöde Saufgeschichte haben sie hier ausgestellt." Aber Luise beruhigt sich wieder. Die Anerkennung ihres Mannes, die dieser später fand, tut ihr gut. Als er dann dahingegangen sei, habe man schon bald Denkmäler errichtet. In Chicago sogar und in vielen anderen Orten. "Und in Berlin gibt es sogar eine Straße, die ist nach mir benannt", erzählt sie. Und verabschiedet sich mit den Worten: "Ihr Mecklenburger habt noch eine Chance, auch ich werde mal 200!"Riesen-Applaus für Cornelia Nenz. "Eine ganz tolle Idee und super gespielt", lobt ihr Kollege Dr. Reinhard Witte, der Leiter des Schliemann-Museums in Ankershagen. Er nehme dies als Anregung mit. Schliemann werde er allerdings nicht spielen. Aber wie es hier gelungen sei, Informationen derart unterhaltsam darzubringen, das finde er beeindruckend. Auch Gerlinde Schlecker und Ines Resmer von der Sparkasse Demmin-Neubrandenburg sind voll des Lobes. "So habe ich einen Museumsbesuch noch nicht erlebt", meint Ines Resmer.

 

Derweil wartet nebenan Renate Drefahl, die stellvertretende Museumsleiterin, schon auf ihren Auftritt. Sie wechselt sich mit Cornelia Nenz bei diesen Führungen ab.

(Nordkurier Mecklenburgische Schweiz, 14. 7. 2010. Iris Diessner)

 

 

 

 

Die nächsten Veranstaltungen im Museum:

Juli

 

25. 7. 15.00

Adolf Müller - Grafik. Eröffnung der Sonderausttellung

August

 

1. 8.  17.00

„“Was haben sie ihn gelesen, gespielt und deklamiert!“ Eröffnung der open-air-Ausstellung mit Spaziergang zu Stavenhagens Reuter-Erinnerungsstätten.

1. 8.  17.30

Museumshoffete für alle Freunde  des Museums und die, die es werden wollen. Der Hinstorff-Verlag stellt sich vor 

18.08.  15.00 

Stromtid lesen:  Heute: Christa Winkelmann

25.08.   15.00

Stromtid lesen:  Heute: Kurt Stamer

30. 8. nächster Termin für die noch ausstehende Ballonfahrt für die Sieger des Reuter-Wettbewerbes

September

 

01.09.  15.00

Stromtid lesen:  Karin Ugowski

08.09.  15.00

Stromtid lesen:  Heute: Renate Drefahl

12. 9.    15.00

Alles über Pilze. Eröffnung der Sonderausstellung

15.09.  15.00

Stromtid lesen:  Cornelia Nenz

22.09.  15.00

Stromtid lesen:  Kerstin Mahnke, Malchin

24. 9.    19.30

„Prinz Schnaps“ - Die schwarzen Schafe des mecklenburgischen Herzoghauses – Lesung mit Bernd Kasten

29.09.  15.00

Stromtid lesen:  Heute: Cornelia Nenz

Oktober

 

06.10.  15.00

Stromtid lesen:   Heute: Renate Drefahl

13.10.   15.00

Stromtid lesen: Heute: Cornelia Nenz

20.10.  15.00

Stromtid lesen:  Heute: Renate Drefahl

22. 10.  19.30

„Mecklenburg – du bist ein gesegnetes Land“ – Fluch und Segen der Agrarwirtschaft – Hier Überfluss, da Mangel, Gegenwart und Vergangenheit.  

Vortrag von Dr. Hans Watzek, Berlin

24. 10.    15.00

Der Philatelie-Club Neubrandenburg. Eröffnung der Sonderausstellung

27.10.  15.00

Stromtid lesen:  Heute: Cornelia Nenz

November

 

03.11.  15.00

Stromtid lesen:  Heute letztes Kapitel: Cornelia Nenz, Renate Drefahl, Bürgermeister Bernd Mahnke

4. 11.   

Festliche Übergabe der Reuter-Briefmarke in Schwerin

7. 11.    11.00

„Mit Verihrung, Dr. Reuter!“ Zentrale Festveranstaltung zum 200. Geburtstag von Fritz Reuter in Stavenhagen – Basepohl

11. 11.

Sonderpostamt mit Erstausgabe der Reuterbriefmarke im Fritz-Reuter-Literaturmuseum 

19. 11.    19.00

Festliche Verleihung des Fritz-Reuter-Literaturpreises

Dezember

 

5. 12.    15.00

Keramik. Mario Knobloch, Panschenhagen.

Eröffnung der Sonderausstellung

10. 12.   19.30

"Die Zwölften" - Von alter Weihnacht bis Neujahr in den Dörfern Mecklenburgs.
Es liest Petra Hinze.

Musikalische Begleitung: die Gruppe Lyrelei 

       


 

 

 

 

 

Logo Reuter 200! - §1: Alles bliwwt bi'n Ollen