Fritz-Reuter-Literaturmuseum
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Wat anner Lüd äwer uns seggen

Vielfältige Unterstützung für "Reuter 200!"

Szenische Führung am 12. Juli 2010

In einer Zwischenbilanz zum Verlauf des Projektes „Reuter200!“,  das von der Vaterstadt des niederdeutschen Dichters initiiert wurde, ziehen der Bürgermeister Stavenhagens, Bernd Mahnke, und die Direktorin des Fritz-Reuter-Literaturmuseums, Cornelia Nenz, eine positive Bilanz. „Wir haben im Reuter Jahr 2010 vier Mal mehr Besucher als in normalen Jahren“, so Cornelia Nenz. „Und es ist besonders erfreulich, dass stille, nachdenkliche Veranstaltungen sehr gut angenommen werden, so z.B. die jeweils Mittwoch 15.00 Uhr stattfindende Lesung aus Fritz Reuters ,Ut mine Stromtid´“.

Nach einer Sommerpause bis zum 18. August werden die inzwischen weit über Stavenhagen hinaus beliebten Lesungen bis zum 3. November 2010 fortgesetzt.

Bernd Mahnke nimmt die Zwischenbilanz zum Anlass, um den Bürgerinnen und Bürgern Stavenhagens für ihr ehrenamtliches Engagement bei der Würdigung anlässlich des 200. Geburtstages des großen Sohnes ihrer Stadt ebenso zu danken, wie Institutionen und Firmen, ohne deren Unterstützung das Projekt „Reuter 200!“ nicht funktionieren würde.

Im Einzelnen sind das das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern, die Sparkasse Neubrandenburg-Demmin, die Jost-Reinhold-Stiftung, der Förderverein Reuter-Museen e.V., die Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und der „Nordkurier“. Unterstützt wird das Projekt durch die Firmen der Privatwirtschaft der Region Pfanni GmbH & Co.OHG Stavenhagen, E.ON edis Vertrieb GmbH, OHG NETTO Supermarkt GmbH & Co. und Mercedes-Benz Brinkmann Bleimann GmbH.

„Auf der Grundlage dieses `Reuter-Netzwerkes` sehe ich voller Optimismus und Freude den nächsten Höhepunkten des Jubiläumsjahres entgegen“, so Bernd Mahnke.

Dazu gehört am 12. Juli 2010, dem 136. Todestag des Dichters, eine besondere Premiere im Fritz-Reuter-Literaturmuseum 11.00 und 12.00 Uhr. Zu erleben ist eine szenische Museumsführung „Da bin ich die Nächste dazu“ mit Reuters Frau Luise, die die gemeinsamen Lebensstationen und -situationen aus ihrer Sicht kommentiert. Luise wird verkörpert durch Cornelia Nenz bzw. durch Renate Drefahl.

In Kostümen, die der Reuterzeit nachempfunden sind, erwartet die Besucher eine besondere Theateraufführung, bei der sie den Darstellerinnen folgen müssen, um den Faden nicht zu verlieren. Am 11. Juli 2010 gibt es 11.00 und 12.00 Uhr, auch für die Presse, eine öffentliche Generalprobe. Die einstündige „Szenische Führung“ ist nach der Premiere für Gruppen bis zu 25 Personen über das Fritz-Reuter-Literaturmuseum Stavenhagen buchbar (www.reuter200.de, Tel. 039954-21072).

 Kdb/ 14.07.2010

Katalog zur Franzosenzeit

Zu Dritt haben sie ihn herausgegeben, den Katalog zur ständigen Ausstellung „Franzosenzeit in Mecklenburg“, die an historischer Stätte im Schloss zu Stavenhagen, aufgebaut ist. Klaus-Dieter Hoppe, Cornelia Nenz und Detlef Weiß.
Hier spielt ja auch Reuters „Ut de Franzosentid“ mit den köstlichen Szenen, die heute noch gern vorgelesen oder gelesen werden. Die jüngste Dauerausstellung des Fritz-Reuter-Literaturmuseums Stavenhagen ist den Jahren 1806 bis 1813 gewidmet, die in Mecklenburg als „Franzosenzeit“ bekannt sind. Die Besatzung durch napoleonische Truppen und die Fremdherrschaft unter einem kaiserlichen Gouverneur hatte vielfältige Auswirkungen. Diese kamen in politischen, militärischen und ökono­mischen Bereichen ebenso zum Tragen wie im Alltag der Bevölkerung, deren Sorgen und Nöten Fritz Reuter mit sei­ner Erzählung ein literarisches Denk­mal gesetzt hat. „Der vorliegende Kata­log bildet rund 200 Exponate ab, durch welche Schauplätze, Handelnde und historische Hintergründe sowie die spätere Rückschau auf die ‚Franzosenzeit’ fassbar werden.“ So lesen wir auf dem Buchdeckel hinten.
Um es kurz zu sagen: Das Bildmaterial ist einzig und großartig. Nach dem Besuch der Ausstellung, die auch mit Ton-und Bildaufzeichnungen nach den neuesten Ausstellungskriterien erarbeitet wurde, ist man versucht, die Adjektive noch zu steigern und von hinreißend zu sprechen. Natürlich ist auch das Gewölbe des Stavenhagener Schlosses wie kein zweites geeignet, um eine solche Ausstellung auf zu nehmen.
Quasi als Vorwort finden wir die Rede abgedruckt, die der französische Ver­teidigungsattache in der französischen Botschaft in Deutschland, Brigadegeneral Alain Daniel, bei der Eröffnung am 25. August 2006 gehalten hat. Da ist viel von der neuen deutsch-französischen Freundschaft die Rede und dass heute alles ganz anders ist mit dem Verhältnis zu einander.
Hat er ja Recht!
Es folgen 13 Kapitel, die wie folgt gegliedert sind:
1. Das Schloss Stavenhagen, 2. Die Last des Krieges, 3. Unterm napoleonischen Adler, 4. Kein Handel mit England,
5. Aufstand gegen Napoleon, 6. Krieg und Frieden, 7. Der Sturm bricht los, 8. Geschichte und Erinnerung, 9. Theodor Körner,
10. Ut leege Tieden, 11. Was blieb..., Vom Ruhm zum Kult und
13. Uniformierung und Bewaffnung der Franzosen (Besonders für Militaria-Interessierte). Zum Schluss eine Literatur­auswahl zur Waffen- und Uniformkunde und ein Bildnachweis. Alle Bildmaterialien zu den einzelnen Abschnitten beginnen mit einer kleinen Einführung, alle Bilder sind ausführlich erläutert. Selbst wenn man nicht die Zeit hat, ausführlich in der Ausstellung zu stöbern, die häusliche Nacharbeit mit diesem Buch dürfte ein Genuss sein.Man muss dem Museum und den Verfassern des Katalogs von Herzen für diese großartige Arbeit danken!
(Dirk Römmer, Quickborn, 99. Jahrgang, Heft 1, 2009)

Und über die Ausstellung "Fritz Reuter - Leben, Werk und Wirkung":

[...] wer als Plattdeutsch-Abstinenzler bei der Lektür [von "Ut mine Stromtid"] nicht nur die Tante pastern, sondern auch etwas verstehen will, [kann] zu der meisterlichen Hochdeutsch-Fassung von Friedrich Minssen greifen [...] "Das Leben auf dem Lande". Für lange ländliche Leseferien! Wer aber nach einer lohnenden literarischen Lustpartie lechzt, der muß Stavenhagen besuchen. Da gibt es ein Fritz-Reuter-Museum, eins der allerschönsten Literatur-Museen, die ich kenne.
(Prof. Erhard Schütz: Je nach Lichteinfall, in: Das Magazin 7/8, 2006)

Die Auswahl der im Katalog übrigens ausgezeichnet reproduzierten Bild- und Textdokumente - darunter auch bislang wenig bekannte Zeichnungen von Reuter selbst - verdeutlicht den Grundgedanken der neuen Ausstellung: Weg von der Verklärung aus der Zeit bis zur Weimarer Republik, weg von den später üblichen ideologischen Instrumentalisierungen. Wobei die neue Konzeption beispielsweise die sozialen Gegebenheiten in den beiden mecklenburgischen Ländern und dem damaligen Pommern eher noch sinnfälliger herausarbeitet.
(Ostsee-Zeitung, 11. 7. 2001)

Katalog - das klingt recht dröge, aber das neue Reuterbuch aus dem Rostocker Hinstorff Verlag ist alles andere als staubtrocken. Schön gestaltet, reich bebildert und gut geschrieben ... Alle Texte der neuen Reuterausstellung sind hier versammelt, und so kann der Museumsbesuch im Lesesessel beginnen ... Anschaulich haben die Ausstellungsmacher bekannte Stationen in Leben und Werk Fritz Reuters beschrieben...
Ein Museumskatalog kann nur so gut sein wie die Ausstellung, die er beschreibt. Und beide sind gelungen, denn sie vereinen den Blick fürs Ganze mit der Liebe zum Detail. (Norddeutscher Rundfunk, Kulturjournal, 1. 8. 2001)

Falls Sie nicht einschlafen können oder beim Fernsehen noch nicht eingeschlafen sind, könnte Ihnen Fritz Reuter gerade recht kommen. Diesmal in einem Rückblick auf sein Leben. Das Fritz-Reuter-Literaturmuseum Stavenhagen hat in diesem Jahr eine neue Dauerausstellung eröffnet und diese in einem vielgestaltig illustrierten und mit hohem Unterhaltungswert zu lesenden Begleitbuch aufbereitet...
(Thüringer Zeitung, Eisenach, 14. 8. 2001)

Ich möchte Ihnen, auch im Namen meiner Begleiterinnen und Begleiter, zum Ergebnis Ihrer Arbeit mit allem Nachdruck gratulieren! Ich wüsste derzeit kein Literaturmuseum, das so ansprechend und überzeugend - und zugleich so kundig und liebevoll - gestaltet ist wie das Ihre!
Der Rundgand ist wohlüberlegt und in seinen Stationen sehr gut proportioniert. Das Material ist ebenso vielfältig wie es gut aufbereitet ist. Sie setzen zur Präsentation moderne Mittel ein, ohne irgend in modische Eventisierung abzugleiten.
Kurz, das Museum ist ein didaktischer wie ästhetischer Genuss!
Ich kann mir denken, welche Mühen und welche Mittel zu diesem Ergebnis nötig waren - und gewiss wird es der Stadt angesichts anderer Problemfelder nicht leicht gefallen sein, hier einen Akzent zu setzen. Um so mehr möchte ich Sie zu dieser mutigen Entscheidung und ihrem wunderbaren Ergebnis beglückwünschen, wie ich Ihnen von ganzem Herzen die Besucherzahlen wünsche, die das Museum nun nicht nur Fritz Reuters willen, sondern auch um seiner selbst willen verdient!
Mit den besten Wünschen -
(Univ.Prof. Dr. Erhard Schütz; Muthesiusstraße 5, 12163 Berlin; 23. 8. 2001)

Wir haben uns mehr und mehr in die Leseproben der Biographie Fritz Reuters, der Ausschnitte aus seinen Briefen und Werken und in die begleitenden Erklärungen von Zeitzeugen vertieft. Unser Facit nach nur eineinhalb Stunden des Besuches: Wir kommen wieder!
Wir beglückwünschen Sie und damit auch die Stadt Stavenhagen zu diesem Kleinod eines Literaturmuseums in der engeren Heimat des Dichters; und das in einer Zeit, in der das Bewusstsein um die Schönheit der Dialekt-Texte und ihre Pflege wieder einen größeren Personenkreis erreicht. Sie haben damit und mit Ihrem bewundernswerten persönlichen Einsatz ein Musterbeispiel für die augenblicklich angestrebte Museumsdidaktik hergestellt! Wir wünschen Ihnen und dem Museum Erfolg und Beachtung und damit die Ihnen gebührende Anerkennung!
(Professor Dr. Gerhard Oberbeck, Dr. Urselmarie Oberbeck-Jakobs, Ginsterweg 4, 25474 Ellerbek, 8. 9. 2001)

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