Fritz-Reuter-Literaturmuseum

Fritz Reuter - eine kurze Biografie

7.11.1810 - Fritz Reuter wird in Stavenhagen als Sohn des Bürgermeisters Georg Johann Jakob Reuter und seiner Frau Johanna geboren; Fritz erhält Privatunterricht, jedoch ungeordnet und sporadisch
1824 - er wird in die Gelehrtenschule in Friedland aufgenommen
19.5.1826 - die Mutter stirbt
Ostern 1828 - Fritz wechselt in das Gymnasium Parchim
24.9.1831 - Zeugnis der Reife: „...Sein Betragen hat erwiesen, daß er von Zeit zu Zeit immer mehr bemüht gewesen ist, die Zufriedenheit seiner Lehrer zu gewinnen...“
bis Ostern 1832 - er studiert auf Wunsch des Vaters, lustlos, Rechtswissenschaften in Rostock
1832 - er setzt das Studium in Jena fort, schließt sich der vereinten Jenenser Burschenschaft, später „Germania“, an; ist an Auseinandersetzungen und Schlägereien beteiligt, kurzzeitige Festnahme, Flucht aus Jena über Camburg nach Stavenhagen
31.10.1833 - auf der Suche nach einem neuen Studienplatz wird er in Berlin verhaftet und auf die Stadtvogtei, später auf die Hausvogtei gebracht
12.11.1834 - Wechsel auf die Festung Silberberg
4.8.1836 - Todesurteil wegen „Majestätsbeleidigung und versuchtem Hochverrat“ wird gefällt
28.1.1837 - Reuter erfährt das Todesurteil gleichzeitig mit der „Begnadigung zu 30jähriger Festungshaft“; die Haftzeit wird später auf 8 Jahre herabgesetzt
13.2.1837 - Überführung in die Festung Groß Glogau, später Magdeburg, Graudenz, schwere Depressionen, Alkoholsucht verstärkt sich
20.6.1839 - Überführung in die Mecklenburger Festung Dömitz
25.8.1840 - Entlassung aus der Festung Dömitz; erfolgloser Versuch, das Studium in Heidelberg fortzusetzen, erneute Alkoholexzesse; der Vater lässt ihn holen und schickt ihn zu Fritz’ Onkel, dem Pastor in Jabel
1842 - Reuter tritt eine Stellung als Volontär („Strom“) beim Gutspächter Rust in Demzin an; dort lernt er Louise kennen, eine Tochter des Roggenstorfer Pastors Kuntze, die als Kindererzieherin bei Pastor Augustin in Rittermannshagen arbeitet
22.3.1845 - der Vater stirbt; durch das Testament wird sein Sohn entmündigt und faktisch enterbt
1845/46 - Reuter veröffentlicht anonym in „Mecklenburg. Ein Jahrbuch für alle Stände“ kleinere satirische Beiträge
1847/50 - er arbeitet an einem hochdeutschen kritischen Text über Mecklenburg, später bekannt unter „Herr von Hakensterz und seine Tagelöhner“
1850 - dem Rat von Freunden folgend, zieht Reuter ins preußische Treptow a.d. Tollense (heute Altentreptow), arbeitet als Privatlehrer, erhält das Bürgerrecht als Preuße, wird Stadtverordneter
16.6.1851 - Hochzeit mit Louise in Roggenstorf
1853 - Reuter veröffentlicht im Selbstverlag „Läuschen un Rimels“, erste Folge, die als Nebenerwerb gedachte Arbeit erweist sich als sehr erfolgreich



 

 

 

 

 

 

1855 - „De Reis’ nah Belligen“ und „Polterabendgedichte in hoch- und niederdeutscher Mundart“ erscheinen
1855/56 - Reuter gibt das „Unterhaltungsblatt für beide Mecklenburg und Pommern“ heraus, veröffentlicht darin eigene und Texte von anderen Autoren, u.a. Gedichte von Alwine Wuthenow
2.4.1856 - Fritz und Louise Reuter ziehen in die Vorderstadt Neubrandenburg in der Hoffnung auf mehr Anregung für die schriftstellerische Arbeit und neue Kontakte
1857 - „Kein Hüsung“: scharfe Reaktionen der konservativen Zeitungen
1857/58 - vier Bühnenstücke entstehen, mäßig erfolgreiche Aufführung
1858 - „Läuschen un Rimels. Neue Folge“
1859 Dezember - erster Vertrag mit dem geschäftstüchtigen Verleger Dethloff Carl Hinstorff für „Olle Kamellen“, darin „Woans ick tau ’ne Fru kamm“ und „Ut de Franzosentid“
1860 November - „Hanne Nüte un de lütte Pudel“, die Versidylle hat schnell großen Publikumserfolg, Schauspieler interpretieren Reuters Werke und tragen zur Verbreitung bei
1861 Oktober - „Schurr-Murr“, eine Sammlung kleinerer Schriften, darin „Meine Vaterstadt Stavenhagen“
1862 - nachdem Reuter schon im „Unterhaltungsblatt“ in hochdeutscher Sprache eine Folge über seine Festungszeit veröffentlicht hatte, verarbeitet er sie nun in „Olle Kamellen. Zweiter Teil. Ut mine Festungstid“
1862/64 - „Olle Kamellen III., IV, V. - Ut mine Stromtid, 1.-3. Teil“ erscheinen; mit diesem Werk avanciert Reuter zum meistgelesenen Autor
1863 - Ehrendoktorwürde der Universität Rostock
20. 6. 1863 - nach dem Angebot, eine Wohnung mit Garten zu bewohnen, ziehen Reuters ins thüringische Eisenach, weitere Arbeit an „De Urgeschicht’ von Meckelnborg“; erscheint 1874 als nachgelassene Schrift mit einer von der Witwe autorisierten Biografie von Adolf Wilbrandt
1864 Frühjahr - Reuters schließen sich einer Gesellschaftsreise in den Orient an
1866 - „Olle Kamellen VI. - Dörchläuchting“ ist eine Satire auf die räumliche wie geistige Enge in Mecklenburg, karikiert gegenwärtige Zustände, wird aber vom Publikum nur als heitere historische Geschichte verstanden
1868 - "Olle Kamellen VII. - De meckelnbörgschen Montecchi un Capuletti oder De Reis’ nah Konstantinopel“, die literarische Verarbeitung der eigenen Reise
1868 - Reuters beziehen die eigene „Villa Reuter“ am Fuß der Wartburg
1870/71 - Gedichte: „Ok ’ne lütte Gaw' för Dütschland“ und „Großmudding, hei is dod!“ erscheinen in der Sammlung „Lieder zu Schutz und Trutz“
12.7.1874 - Fritz Reuter stirbt in seiner Eisenacher Villa, Universalerbin ist seine Witwe
9.6.1894 - Louise Reuter stirbt

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