Fritz Reuter Literaturmuseum Stavenhagen

Fritz Reuter - eine kurze Biografie

Fritz Reuter (07. November 1810 in Stavenhagen geboren und am 12. Juli 1874 in Eisenach gestorben) war der bedeutensde deutsche Dichter des Niederdeutschen. Er gilt gemeinsam mit Klaus Groth als Begründer der neueren niederdeutschen Literatur.

  • 7.11.1810 - Fritz Reuter wird in Stavenhagen als Sohn des Bürgermeisters Georg Johann Jakob Reuter und seiner Frau Johanna geboren; Fritz erhält Privatunterricht, jedoch ungeordnet und sporadisch
  • 1824 - er wird in die Gelehrtenschule in Friedland aufgenommen
  • 19.5.1826 - die Mutter stirbt
  • Ostern 1828 - Fritz wechselt in das Gymnasium Parchim
  • 24.9.1831 - Zeugnis der Reife: „...Sein Betragen hat erwiesen, daß er von Zeit zu Zeit immer mehr bemüht gewesen ist, die Zufriedenheit seiner Lehrer zu gewinnen...“
  • bis Ostern 1832 - er studiert auf Wunsch des Vaters, lustlos, Rechtswissenschaften in Rostock
  • 1832 - er setzt das Studium in Jena fort, schließt sich der vereinten Jenenser Burschenschaft, später „Germania“, an; ist an Auseinandersetzungen und Schlägereien beteiligt, kurzzeitige Festnahme, Flucht aus Jena über Camburg nach Stavenhagen
  • 31.10.1833 - auf der Suche nach einem neuen Studienplatz wird er in Berlin verhaftet und auf die Stadtvogtei, später auf die Hausvogtei gebracht
  • 12.11.1834 - Wechsel auf die Festung Silberberg
  • 4.8.1836 - Todesurteil wegen „Majestätsbeleidigung und versuchtem Hochverrat“ wird gefällt
  • 28.1.1837 - Reuter erfährt das Todesurteil gleichzeitig mit der „Begnadigung zu 30jähriger Festungshaft“; die Haftzeit wird später auf 8 Jahre herabgesetzt
  • 13.2.1837 - Überführung in die Festung Groß Glogau, später Magdeburg, Graudenz, schwere Depressionen, Alkoholsucht verstärkt sich
  • 20.6.1839 - Überführung in die Mecklenburger Festung Dömitz
  • 25.8.1840 - Entlassung aus der Festung Dömitz; erfolgloser Versuch, das Studium in Heidelberg fortzusetzen, erneute Alkoholexzesse; der Vater lässt ihn holen und schickt ihn zu Fritz’ Onkel, dem Pastor in Jabel
  • 1842 - Reuter tritt eine Stellung als Volontär („Strom“) beim Gutspächter Rust in Demzin an; dort lernt er Louise kennen, eine Tochter des Roggenstorfer Pastors Kuntze, die als Kindererzieherin bei Pastor Augustin in Rittermannshagen arbeitet
  • 22.3.1845 - der Vater stirbt; durch das Testament wird sein Sohn entmündigt und faktisch enterbt
  • 1845/46 - Reuter veröffentlicht anonym in „Mecklenburg. Ein Jahrbuch für alle Stände“ kleinere satirische Beiträge
  • 1847/50 - er arbeitet an einem hochdeutschen kritischen Text über Mecklenburg, später bekannt unter „Herr von Hakensterz und seine Tagelöhner“
  • 1850 - dem Rat von Freunden folgend, zieht Reuter ins preußische Treptow a.d. Tollense (heute Altentreptow), arbeitet als Privatlehrer, erhält das Bürgerrecht als Preuße, wird Stadtverordneter
  • 16.6.1851 - Hochzeit mit Louise in Roggenstorf
  • 1853 - Reuter veröffentlicht im Selbstverlag „Läuschen un Rimels“, erste Folge, die als Nebenerwerb gedachte Arbeit erweist sich als sehr erfolgreich
  • 1855 - „De Reis’ nah Belligen“ und „Polterabendgedichte in hoch- und niederdeutscher Mundart“ erscheinen 
  • 1855/56 - Reuter gibt das „Unterhaltungsblatt für beide Mecklenburg und Pommern“ heraus, veröffentlicht darin eigene und Texte von anderen Autoren, u.a. Gedichte von Alwine Wuthenow 
  • 2.4.1856 - Fritz und Louise Reuter ziehen in die Vorderstadt Neubrandenburg in der Hoffnung auf mehr Anregung für die schriftstellerische Arbeit und neue Kontakte
  • 1857 - „Kein Hüsung“: scharfe Reaktionen der konservativen Zeitungen
  • 1857/58 - vier Bühnenstücke entstehen, mäßig erfolgreiche Aufführung
  • 1858 - „Läuschen un Rimels. Neue Folge“
  • 1859 Dezember - erster Vertrag mit dem geschäftstüchtigen Verleger Dethloff Carl Hinstorff für „Olle Kamellen“, darin „Woans ick tau ’ne Fru kamm“ und „Ut de Franzosentid“
  • 1860 November - „Hanne Nüte un de lütte Pudel“, die Versidylle hat schnell großen Publikumserfolg, Schauspieler interpretieren Reuters Werke und tragen zur Verbreitung bei
  • 1861 Oktober - „Schurr-Murr“, eine Sammlung kleinerer Schriften, darin „Meine Vaterstadt Stavenhagen“ 1862 - nachdem Reuter schon im „Unterhaltungsblatt“ in hochdeutscher Sprache eine Folge über seine Festungszeit veröffentlicht hatte, verarbeitet er sie nun in „Olle Kamellen. Zweiter Teil. Ut mine Festungstid“
  • 1862/64 - „Olle Kamellen III., IV, V. - Ut mine Stromtid, 1.-3. Teil“ erscheinen; mit diesem Werk avanciert Reuter zum meistgelesenen Autor
  • 1863 - Ehrendoktorwürde der Universität Rostock
  • 20. 6. 1863 - nach dem Angebot, eine Wohnung mit Garten zu bewohnen, ziehen Reuters ins thüringische Eisenach, weitere Arbeit an „De Urgeschicht’ von Meckelnborg“; erscheint 1874 als nachgelassene Schrift mit einer von der Witwe autorisierten Biografie von Adolf Wilbrandt
  • 1864 Frühjahr - Reuters schließen sich einer Gesellschaftsreise in den Orient an
  • 1866 - „Olle Kamellen VI. - Dörchläuchting“ ist eine Satire auf die räumliche wie geistige Enge in Mecklenburg, karikiert gegenwärtige Zustände, wird aber vom Publikum nur als heitere historische Geschichte verstanden
  • 1868 - "Olle Kamellen VII. - De meckelnbörgschen Montecchi un Capuletti oder De Reis’ nah Konstantinopel“, die literarische Verarbeitung der eigenen Reise 1868 - Reuters beziehen die eigene „Villa Reuter“ am Fuß der Wartburg
  • 1870/71 - Gedichte: „Ok ’ne lütte Gaw' för Dütschland“ und „Großmudding, hei is dod!“ erscheinen in der Sammlung „Lieder zu Schutz und Trutz“
  • 12.7.1874 - Fritz Reuter stirbt in seiner Eisenacher Villa, Universalerbin ist seine Witwe
  • 9.6.1894 - Louise Reuter stirbt

Öffnungszeiten

April - Oktober:
Mi-So 10 bis 17 Uhr

November - März:
Di-Sa 10 bis 17 Uhr

letzter Einlass:
16.45 Uhr

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